Pressemeldungen zum Römerlager Wilkenburg


Das WegeTeam Hemmingen hat einen Römerweg für Radtouren eingerichtet, der am Infopoint im Römerlager WIlkenburg die wichtigste Station macht. Die erste Tour findet am 2.10.22 um 11 Uhr (Start am Arnumer Campingplatz) statt. Mehr dazu auf Anfrage.



Hildesheim Stadtanzeiger Süd, 28. Juli 2022


HAZ, 05.07.2022, von Stephanie Zerm

Leben wie vor fast 2000 Jahren: Darsteller der Gruppe Legio XXI Rapax verkleiden sich in Hemmingen als Römer

Wie sah das Leben vor knapp 2000 Jahren in einem römischen Marschlager aus?

Antworten darauf haben jetzt fünf Darsteller der Gruppe Legio XXI Rapax gegeben, die

mit originalgetreuen Legionärskostümen nach Wilkenburg gekommen waren.

 

Wilkenburg. Percy Gaza ist Verwaltungsangestellter bei der Fachhochschule Kiel. Doch mehrmals im Jahr verlässt er das moderne Leben und verwandelt sich in einen römischen Legionär. Dann leben er und seine rund 120 Mitstreiter der Gruppe Legio XXI Rapax wie vor fast 2000 Jahren. Handys, Elektrizität, Feuerzeuge oder ein Fahrrad sind dann tabu. Denn dies gab es alles in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts nach Christus noch nicht. Am Wochenende haben Gaza und fünf seiner Gefährten aus Norddeutschland in historischer Kleidung das Römerlager in Wilkenburg besucht. Auf Einladung der Römer AG Leine und der Augustus Gesellschaft konnten die Besucherinnen und Besucher dort Römer zum Anfassen erleben. Denn die Darsteller fertigen ihre Kleidung und alle Accessoires ausschließlich nach historischen Funden aus der Römerzeit an. Fotos: Römerlager in Hemmingen-Wilkenburg – So lebten die Legionäre

Essensbestellungen nur auf Latein

Neben Besuchen in Schulen und Museen errichtet die Gruppe, deren Mitglieder nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Polen, Luxemburg, der Ukraine und Russland kommen, auch regelmäßig römische Marschlager. In diesen leben die Mitglieder dann wie einst die Legionäre. „Geschlafen wird nicht etwa auf Luftmatratzen, sondern so wie die römischen Legionäre auf dünnen Matten oder Strohsäcken“, sagte Martin Löchel, der aus Tangstedt bei Hamburg angereist war. Dies merke man zwar deutlich im Rücken. Die höchste Priorität für die Gruppe habe die historische Korrektheit ihrer Darstellung. „Wir wollen uns nicht nur mit Geschichte befassen, sondern sie auch anfassbar machen und den Menschen näherbringen.“ Dazu spreche die Gruppe bei ihren Veranstaltungen sogar Latein. „Wer es nicht tut, geht bei der Essensausgabe leer aus“, berichtete Löchel und schmunzelte Durch detailgetreue Nachbauten von Gegenständen aus der Antike wie Schutzausrüstung, Werkzeuge, Textilien, Schuhe, Zelte oder Geschirr wollen sie auch Erkenntnisse darüber gewinnen, wie diese früher benutzt und angewandt worden sind.

Socken aus Wollschläuchen

In Wilkenburg zeigte Löchel, der als römischer Legionär den Namen Lucius Arrius Magnus trägt, welche Kleidungsstücke damals zur Ausrüstung der Soldaten gehörten. Vor den Augen der Gäste legte er die komplette Legionärsmontur an, angefangen mit einem Leinentuch, an dem zwei Bänder befestigt waren. Dieses diente damals als Unterhose. Auch Socken kannten die Römer schon, wie Löchel anhand von zwei Wollschläuchen zeigte. Darauf folgten eine Leinentunika und ein Halstuch. „Beides diente zum Schutz, denn die Rüstungen, die meist mit Olivenöl eingefettet wurden, waren sehr dreckig und drückten am Hals.“ Anschließend zog Löchel ein zehn Kilo schweres Kettenhemd an, alternativ zum etwa acht Kilo wiegenden Segmentpanzer. „Beides war bei den Legionären üblich“, erklärte er. Besonders wichtig seien jedoch die teilweise prunkvollen Gürtel gewesen. „Für einen Legionär war es die größte Strafe, ohne Gürtel dastehen zu müssen“, berichtete Löchel.

Legionäre sahen nicht aus wie bei „Asterix“

 

Zenturio Gaius Valerius Procillus, alias Roland Crocoll, räumte mit einem weitverbreiteten Vorurteil auf: „Die Römer sahen nicht alle so aus wie bei ‚Asterix‘ dargestellt.“ Denn es habe kein einheitliches Auftreten der Legionäre gegeben. „Manche trugen Kettenhemden, andere Segmentpanzer, einige hatten Hosen an, andere Tuniken, manche trugen Sandalen, andere feste Schuhe, je nach Geschmack und Vermögen.“ Denn für seine Ausrüstung musste damals jeder Legionär selber aufkommen. Daher kannten die Römer auch schon den Secondhand-Gedanken. „Wer seine Ausrüstung nicht mehr brauchte, verkaufte sie weiter“, erzählte Crocoll.


Kehrwieder vom 24. April 2021:



HAZ Hemmingen vom 22. März 2021:

Der Kampf um das Römerlager in Wilkenburg geht weiter

Für den Bezirksarchäologen Friedrich-Wilhelm Wulf gibt es keinen Zweifel: Das ehemalige Römerlager in Wilkenburg sei so bedeutend, dass es unbedingt erhalten werden muss. Doch noch gibt es keine Entscheidung in dem Verfahren.

Wilkenburg

 

Wie geht es weiter mit dem Römerlager in Wilkenburg? Fällt das größte römische Bodendenkmal in Niedersachsen dem Kiesabbau zum Opfer? Und welche Möglichkeiten gibt es, es zu erhalten? Dies war jetzt Thema bei einem Gespräch zwischen Vertretern der Römer-AG Leine und der SPD in Wilkenburg.

Friedrich-Wilhelm Wulf, Bezirksarchäologe beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, betonte: „Das Marschlager ist so bedeutend für die Archäologie und die Geschichtsforschung, dass es unbedingt erhalten werden muss.“ Es sei möglich, dass sich noch Heringe der Zelte in der Erde fänden, sagte Wulf. Er könne sich auch vorstellen, Teile des Römerlagers wieder herzurichten. Dies könnte dann nicht nur in Hemmingen, sondern in der gesamten Region den Tourismus fördern. Denn das Interesse an dem archäologischen Fund ist groß.

 

Stadt will Römisches Museum in Wilkenburg

„Bislang sind bereits Tausende Besucher hier gewesen“, berichtete die Historikerin Karola Hagemann von der Römer-AG Leine, die dort regelmäßig Führungen und Informationsveranstaltungen anbietet. Wegen der Corona-Pandemie sind diese zurzeit jedoch eingestellt.

Ziel der Stadt sei es, dort ein Römisches Museum zu errichten, sagte Bürgermeister Claus Schacht (SPD). Derzeit habe er jedoch das Gefühl, die Stadt werde zwischen den Aussagen des Landes und der Region zerrieben. So argumentiert das Land, dass für eine Änderung des entsprechenden Raumordnungsprogramms, das den Kiesabbau auf der Fläche erlaubt, die Region Hannover zuständig sei. Diese wiederum erklärt, dass sie nach den Vorgaben im Landesraumordnungsprogramm handeln muss – und demnach hat zurzeit der Kiesabbau Vorrang.

 

Holcim möchte in Wilkenburg Kies abbauen

An dem Gespräch am Freitagnachmittag nahm auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch teil, ebenso Katja Schröder als Bürgermeister-Kandidatin in Hemmingen und Steffen Krach, der Regionspräsident werden möchte (beide SPD). „Es ist wichtig, alle Akteure an einen Tisch zu bringen“, sagte Krach. Das sah Miersch ebenso: „Alle Beteiligten müssen miteinander reden, um zu einer zufriedenstellenden Lösung zu gelangen.“ Schröder sagte: „Ich werde mich für den Erhalt des Lagers einsetzen.“ Damit knüpft sie an den Beschluss der Hemminger Ratsfraktionen an, die sich einstimmig dafür ausgesprochen haben, dass das Lager dauerhaft als archäologisches Denkmal ausgewiesen und nicht für den Kiesabbau freigegeben wird.

Das rund 30 Hektar große Marschlager wurde 2015 entdeckt. Es ist eines der größten römischen Lager rechts des Rheins und bot Platz für rund 20.000 Legionäre. Nicht ausgeschlossen wird, dass unterhalb des Lagers auch Reste einer prähistorischen Siedlung sind. Die Firma Holcim hatte für das Areal bereits 2013 den Kiesabbau beantragt. Den Antrag hält das Unternehmen bis heute aufrecht.

Von Stephanie Zerm


NP Hemmingen 8 Juli 2020 zur Veranstaltung "Energie damals und Heute" und Übergabe einer römischer Goldmünze (Solidus des Kaisers Valentian I.) aus einem zweifelhaften Schatzfund angeblich aus der Region Hannover (publiziert in der HNB3). Nach neuen Erkenntnissen ist der Schatzfund leider erfunden.




HAZ Hemmingen 8Febr20



HAZ Hannover 20.3.19

Grüne wollen Römerlager erhalten - Kritik an Kiesabbau bei Wilkenburg

 

Seit Jahren gibt es erbitterte Debatten um einen unscheinbaren Acker bei Wilkenburg: Darf auf dem Areal, das vor gut 2000 Jahren römischen Soldaten als Marschlager diente, Kies abgebaut werden. Die Grünen im Landtag unterstützen jetzt einen Vorstoß zum Erhalt des Bodendenkmals. Sie fordern Land und Region auf, dem Kiesabbau durch Änderung der Raumordnungsprogramme einen Riegel vorzuschieben. „Es wäre einfach, den Abbau zu stoppen“, sagt der stellvertretende Fraktionschef Christian Meyer.

 

Der Landtag wird sich demnächst aufgrund einer Petition von mehr als 5000 Unterstützern mit dem Thema befassen müssen. Die Firma Holcim will auf dem rund 500 mal 600 großen Gelände in dem Hemminger Ortsteil Kies abbauen. Forscher haben dort bei Grabungen schon zahlreiche Münzen und Metallfragmente entdeckt, bislang wurde allerdings nur ein Bruchteil des Geländes untersucht. Bis zu 20 000 Legionäre sollen dort um 5 n. Chr. campiert haben. 

 

Im Landesraumordnungsprogramm ist die Fläche als Vorranggebiet für Kiesabbau vorgesehen. „Holcim hat aber keinen Rechtsanspruch auf eine Genehmigung“, sagt Meyer, der früher als Landwirtschaftsminister für Raumordnung zuständig war. Das Land könnte mit einem Kabinettsbeschluss die Voraussetzungen ändern, sagt er. Alternativ könnte die Region Hannover den Kiesabbau aus dem regionalen Raumordnungsprogramm streichen, da die archäologische Bedeutung des Areals bei den ursprünglichen Planungen noch nicht bekannt war. „Die historische Stätte“, sagt Meyer, „muss dauerhaft erhalten bleiben.

(2019-03-20_HAZ S. 24) VON SIMON BENNE

Hildesheim Kehrwieder 2-3 März 2019

HAZ 1 März 2019

Hildesheimer Allgemeine 1 März 2019


Kehrwieder am Sonntag, Hildesheim 23-24.2.2019

Hildesheimer Allgemeine Zeitung 14.02.2019 und HAZ 16.02.2019

Neue Presse 31.01.2019

HAZ 04.02.2019

HAZ 07.02.2019

Hallo Wochenende 02.02.2019

HAZ 04.02.2019

HAZ 01.02.2019


Hildesheim: Ausstellkung "Der Schatz! 150 Jahre Hildesheimer Silberfund" mit erstmaliger Ausstellung von Fundstücken aus dem Römerlager Wilkenburg in zwei Vitrinen - sehenswert.

Über 350 Besucher beim "Entdeckertag" am 9.9.18 am Infocenter Römerlager Wilkenburg (eingeplant waren 50-100). 50 Kinder konnten Münzen schlagen, diese mit ihren Namen gegenstempeln und waren begeistert. Zudem gab es Führungen über das Römerlager und eine Präsentation von Legionärsausrüstung mit einem echten legionär. Im Bild präsentiert der Prägemeister eins der Gepräge mit einem RAGL-Gegenstempel.

Dank des Ministerpräsidenten für den Einsatz des RAGL.